"Gutachteritis" auf Kosten der Steuerzahler
Steckdose

Pfistner: Stromvergabe nur ein Beispiel für unnötige Berater

Erneut kritisiert CDU-Finanzpolitiker Thomas Pfistner die größtenteils unnötigen Ausgaben der Stadt Erfurt für externe Gutachter, Berater oder Mediatoren. Am 23. Januar beriet der Finanzausschuss nochmals über die missglückte Ausschreibung und Vergabe bei der Stromversorgung der Stadtverwaltung. Die Kosten für die besagte Beratung zur Ausschreibung beliefen sich auf 7.000 Euro. Welches Ergebnis diese Beratung gebracht hat, konnte man den Medien in den letzten Wochen entnehmen. Der empfohlene Stromanbieter ist mittlerweile Pleite gegangen.

Pfistner fordert die Verwaltung daher auf, Stellung zu beziehen, warum solche Berater beauftragt werden. Vergleicht man die Leistungsbeschreibungen bei der Stromausschreibung aus den Jahren 2014 und 2018, gab es bis auf wenige redaktionelle Änderungen kaum Unterschiede. "Wozu also ein externer Berater für eine fast identische Leistungsbeschreibung?", moniert Pfistner. Die 7.000 Euro trägt letztlich der Steuerzahler.

Externe Berater und Gutachten hält Pfistner definitiv nicht für das Allerheilmittel. Diese können zudem nicht die Antwort auf den sogenannten Personalmangel sein. Pfistner will daher im Zuge der bevorstehenden Haushaltsanhörungen wissen, wie viele Mittel für externe Berater und Gutachter (Baubereich ausgenommen) eingeplant sind. "Berater- und Gutachterkosten müssen gesenkt werden. Die Einsparpotentiale wären erheblich. Es ist nicht nachvollziehbar, dass bei Schulen und Kitas das Geld für die Sanierung fehlt, jedoch in der Stadtverwaltung der Steuermittel verschlingenden 'Gutachteritis' kein Ende gesetzt wird", unterstreicht Pfistner abschließend.