Bei Straßenumbenennung mit Anliegern sprechen
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Bei der Diskussion zur Umbenennung von Straßennamen äußert CDU-Fraktionschef Michael Hose Bedenken hinsichtlich der möglichen Verfahrensweise: "Eine Umbenennung von Straßen sollte unter Einbeziehung von Anliegern, also von Anwohnern und Gewerbetreibenden, geschehen." Hintergrund ist der Umbenennungsvorschlag für das Nettelbeckufer und die berechtigte historische Kritik am bisherigen Namensgeber der Straße Joachim Nettelbeck.

Unabhängig von den Persönlichkeiten sieht Hose vor allem formelle und finanzielle Hürden. "Bei der Umbenennung geht es nicht nur darum, neue Schilder an den Straßenenden und Kreuzungen zu installieren oder einen neuen Stadtplan zu drucken. Die Folge sind bürokratische und finanzielle Aufwände insbesondere für die Unternehmen. Von der Umbenennung sind alle Anlieger betroffen. Ausweise müssen kostenpflichtig geändert werden. Gewerbetreibende müssen sämtliche rechtlich verbindlichen Papiere und behördlichen Unterlagen hinsichtlich ihres Gewerbes neu auflegen und beantragen. Der Aufwand wäre nicht unerheblich“, hält Hose fest.

Darüber hinaus schließt sich Hose dem Historiker Dr. Steffen Raßloff an, über dessen Anmerkungen vor kurzem in den Medien berichtet wurde. Nettelbeck sei demnach nicht der einzige historisch belastete Name. Hier tauchen auch Namen wie Ernst Thälmann auf, über die man kritisch nachdenken müsse. Daraus ergäben sich letztlich mehrere Umbenennungen von Straßen. Hose unterstreicht abschließend: „Wir müssen klug das Ende bedenken. Wollen wir wirklich mehrere Straßen in Erfurt umbenennen? Eine einseitige Betrachtung von Herrn Nettelbeck wäre nicht angemessen. Wer aus guten Gründen Nettelbeck nicht als Namensgeber haben will, kann auch Thälmann nicht wollen.“