Künstliche Verlängerung der Debatte
Nettelbeck05

Seit einem Jahr läuft die Debatte zur Umbenennung des Nettelbeckufers. Nun bereitet die Initiative Decolonize Erfurt die nächste Etappe vor. Jedoch sind die Argumente bereits hinlänglich ausgetauscht. "Das stetige Wiederholen bringt niemanden weiter. Nach zahllosen Diskussionen, Gutachten und Flugblättern ist es nun an der Zeit, zu entscheiden", fordert Michael Hose, CDU-Fraktionsvorsitzender.

Nach der Ablehnung des von der AfD initiierten Einwohnerantrags liegt weiterhin der gemeinsame Vorschlag der CDU mit Freien Wählern, Piraten und FDP vor. Demnach soll das Nettelbeckufer nicht umbenannt und Gert Schramm mit einer Neubenennung gewürdigt werden. Dieser Antrag ist mit den Anwohnern abgestimmt. Zuletzt wurde er im Dezember spontan vertagt.

"Der Umgang mit den Anwohnern ist uns besonders wichtig, auch sie müssen in der Debatte auf Augenhöhe gehört werden. Daher ist es unverständlich, dass die Anwohner-Vertreter im letzten Kulturausschuss trotz Einladung durch den Oberbürgermeister nicht zu Wort gekommen sind. Nach uns wäre es bereits im Dezember zur Aussprache und Entscheidung zum Nettelbeckufer gekommen. Rot-Rot-Grün hat dies aber verhindert", so Hose weiter.

Neben der Haltung der Anwohner zeigt auch die Umbenennungs-Petition an den Stadtrat, die nach knapp einem Jahr erst 55 Prozent der avisierten 1900 Unterzeichner erreicht hat, wie gering der demokratische Rückhalt der Initiative ist.

Mit der Entscheidung zum Nettelbeckufer ist das Thema Straßennamen für die CDU-Fraktion dann vom Tisch. "Projekten zur Aufarbeitung des kolonialen Erbes in Erfurt stehen wir offen gegenüber", so Hose abschließend.